ETF-Sparplan: Warum ein Weltindex nicht die ganze Welt abdeckt

Ein ETF auf den MSCI World gilt als einfacher Weg, Geld weltweit anzulegen. Doch der Name kann täuschen: Der bekannte Aktienindex enthält zwar Unternehmen aus zahlreichen Industrieländern, bildet aber weder alle Länder noch alle Regionen gleichmäßig ab. Wer langfristig mit ETFs spart, sollte deshalb genauer hinschauen.

Wie beliebt der MSCI World hierzulande ist, zeigt eine Untersuchung des deutschen Fondsverbands BVI. Demnach steckt fast jeder dritte Euro, den deutsche Anleger in passiven Aktien-ETFs halten, in Produkten der MSCI-World-Indexfamilie.

Weltweit gestreut heißt nicht gleichmäßig verteilt

Der MSCI World gewichtet Unternehmen nach ihrem Börsenwert. Besonders große Konzerne haben dadurch einen entsprechend hohen Einfluss auf die Wertentwicklung. Weil viele der wertvollsten börsennotierten Unternehmen aus den USA stammen, nehmen amerikanische Aktien einen großen Teil des Index ein. Schwellenländer wie Indien oder China sind im klassischen MSCI World dagegen nicht enthalten. Das macht den Index nicht grundsätzlich zu einer schlechten Anlage. Er bietet Zugang zu vielen Unternehmen und Branchen. Anleger sollten aber wissen, welche Schwerpunkte sie damit setzen.

Mehr ETFs bedeuten nicht automatisch mehr Streuung

Wer zusätzlich einen ETF auf den amerikanischen S&P 500 kauft, investiert möglicherweise erneut in zahlreiche Unternehmen, die bereits im MSCI World enthalten sind. Entscheidend ist deshalb nicht die Anzahl der ETFs, sondern ihre tatsächliche Zusammensetzung. Ein regelmäßiger Depotcheck kann helfen, unbeabsichtigte Überschneidungen und Konzentrationsrisiken zu erkennen. Welche Aufteilung sinnvoll ist, hängt insbesondere vom Anlageziel, dem Zeithorizont und der persönlichen Risikobereitschaft ab.

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